Sockelleisten und Kamin: So schützen Sie Ihren Bodenbelag

Von | 4. Dezember 2017

Ein Kamin in den eigenen vier Wänden ist für viele ein lang gehegter Traum. Kein Wunder, denn er schafft im Handumdrehen ein behagliches Raumgefühl und eine angenehme Wärme in jedem Zimmer. Bei der Installation eines Kaminofens sollten zunächst die notwendigen Sicherheitsaspekte an erster Stelle stehen, sodass man die Vorzüge des Ofens im Anschluss entspannt genießen kann. Welche Mindestabstände Sie bei der Installation eines Kamins beachten müssen und wie Sie Ihren Bodenbelag schützen, erfahren Sie hier.
Kamin und Sockelleisten

Kaminofen auf brennbaren Bodenbelägen aufstellen

Meist wird ein Kamin im Wohnzimmer aufgestellt, wo der Bodenbelag aus brennbaren Bodenbelägen wie Holzdielen, Laminat, Parkett oder Teppich besteht. Das stellt grundsätzlich kein Hindernis dar, jedoch muss darauf geachtet werden, den Fußboden entsprechend des Brandschutzes abzudecken. Bei feuerempfindlichen Böden ist das Verlegen einer Bodenplatte aus feuerfestem Material Pflicht, ebenso empfiehlt es sich als Schutz bei empfindlichen Bodenbelägen. Eine solche Platte kann aus Metall, Sicherheitsglas, Schiefer, Fliesen oder sonstigen nicht brennbaren Materialien bestehen und schützt den Fußboden vor Funken und Glut, was im schlimmsten Falle einen Brand verursachen könnte. Neben der Brandschutzfunktion sind Bodenplatten zudem leicht zu reinigen.

Statt einer Bodenplatte kann der Boden im Stellbereich des Kamins auch durch nicht brennbare Materialien wie Granit, Marmor oder Stein ersetzt werden. Das bedeutet zwar etwas mehr Aufwand, macht die Kaminecke durch die Abgrenzung jedoch zu einem echten Blickfang in Ihrem Haus.

Mindestabstände bei der Kamininstallation beachten

Damit die knisternde Gemütlichkeit nicht zur Gefahr wird, sollten die Sicherheitsabstände beachtet werden. Halten Sie unbedingt die vom Hersteller angegebenen Mindestabstände vom Kamin zu brennbaren Materialien sein. Das gilt für Möbel, Teppiche und Vorhänge im Strahlungsbereich des Ofens ebenso wie für den Boden und brennbare Bestandteile der Wand. Laut ofen.de sollten Sie sich unbedingt an die vorgegebenen Abstände auf dem Typenschild Ihres Kamins sowie in der Bedienungsanleitung des Ofens halten. An diesen Werten wird sich auch der Schornsteinfeger bei der Abnahme des Kamins orientieren – um hier keine Probleme zu bekommen und im Sinne der eigenen Sicherheit, empfiehlt es sich also diese Angaben zu beachten.

Richtwerte für Mindestabstände im Überblick*

  • Abstand zwischen Ofen und Wand: mind. 20 Zentimeter
  • Abstand zu brennbaren Bodenbelägen vor dem Kamin: mind. 50 Zentimeter
  • Abstand zu brennbaren Bodenbelägen neben dem Kamin: mind. 30 Zentimeter
  • Abstand zwischen Rauchrohr und nicht brennbaren Decken: mind. 20 Zentimeter
  • Abstand zwischen Rauchrohr und brennbaren Decken: mind. 45 Zentimeter
  • Abstand zwischen Feuerrraumtür und brennbaren Materialien: mind. 80 Zentimeter

*dies sind nur Richtwerte, unbedingt die Herstellerhinweise beachten!

Müssen Fußbodenleisten bei der Kamininstallation entfernt werden?

Fußbodenleisten sind häufig aus brennbaren Materialien wie Holz, MDF oder Kork gefertigt, was oft zu Unklarheiten bezüglich Ihrer Verwendbarkeit in Kombination mit einem Kamin führt. Laut §8 der Musterfeuerungsverordnung, müssen diese aufgrund ihrer geringen Fläche jedoch nicht entfernt werden, wenn ein Kamin installiert wird. Die Verordnung sagt aus:

„[…] Zu Bauteilen mit geringer Fläche wie Fußleisten und Dachlatten [ist], soweit die Ableitung der Wärme aus diesen Bauteilen nicht durch Wärmedämmung behindert wird, kein Mindestabstand erforderlich.“ (Stand 2007)

Sie müssen die Fußleisten also nicht abmontieren, selbst wenn sie Sockelleisten aus Massivholz oder Korkleisten verwendet haben. Sollten Sie dennoch Fragen haben, lassen Sie sich am besten im Vorfeld der Installation von Ihrem Schornsteinfeger beraten. So können Sie frühzeitig alle Bedenken aus dem Weg räumen und müssen bei der Abnahme Ihres neuen Kamins keine Schwierigkeiten fürchten!

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