Schimmel an Fußleisten: Ursachen und Entfernung

Von | 18. März 2019

Sockelleisten von leiste24 in unterschiedlichen Holzarten bringen mehr Vielfalt in die WohnungWenn in Räumen zu viel Feuchtigkeit vorhanden ist, birgt dies ein Risiko für Schimmelbildung, da Wasser zu den nötigen Wachstumsbedingungen der Sporen gehört. Während sich eine erhöhte Luftfeuchtigkeit an Wärmebrücken bemerkbar macht, ist das bei Feuchte unter dem Bodenbelag meist nur an den Fußleisten erkennbar. In diesem Beitrag erfahren Sie die möglichen Gründe für den Befall mit Schimmel an Innenwänden, das Vorgehen bei einer Sanierung sowie die korrekte Installation und Auswahl von Sockelleisten, damit eine Schimmelbildung verhindert werden kann.

Das typische Erscheinungsbild: Schimmel an den Sockelleisten

Ein schleichender Prozess, der sich nicht immer direkt erkennen lässt: Hinter, an oder einige Zentimeter über den Fußbodenleisten bildet sich Schimmelpilz oder es zeigen sich Verfärbungen. Das Ausmaß beschränkt sich dabei nicht nur auf Raumecken, sondern verläuft entlang der gesamten Kanten im Raum. In einigen Fällen ist zudem der Estrich unter dem Bodenbelag beziehungsweise der Trittschalldämmung betroffen. Der Befall wird dabei meist nur am Geruch erkannt.

Schimmel an der Fußleiste: Ursachen

Für Schimmel gibt es viele Ursachen, die alle mit einer erhöhten Feuchtigkeit in den Räumlichkeiten, der Bausubstanz oder im Mauerwerk zu tun haben. Teils kann das Problem nur sporadisch nach besonders heftigen Regenfällen auftreten oder auch längerfristig bestehen. Im letzteren Fall muss dabei die Stelle für das Eindringen von Wasser lokalisiert werden, um mit einer Trocknung und Sanierung fortfahren zu können.

Drei der häufigsten Ursachen für eine erhöhte Feuchte sowie Schimmel an den Sockelleisten bzw. Verfärbungen sind:

  1. Aufsteigende Bodenfeuchte: Bei einer defekten, falsch angebrachten oder fehlenden Mauer- und Fundamentabdichtung saugt sich die Bausubstanz wie ein Schwamm mit Hang- oder Grundwasser voll. Die Feuchtigkeit steigt dabei langsam nach oben an.
  2. Neubaufeuchte: Beim Betonieren eines Neubaus wird konstruktionsbedingt sehr viel Wasser in die Bausubstanz eingebracht. Wurde der Estrich, Mörtel und Co. nicht ordnungsgemäß getrocknet, so zeigt sich dies später an einer erhöhten Feuchte.
  3. Defekte Bodenheizung: Wasser tritt aus den Heizungsrohren oder -schläuchen aus, was zu einer Durchfeuchtung des Bodens führt. Der Schimmelpilz kann danach auch unterhalb des Bodenbelags gedeihen.

Bei ausreichend trockener Luft im Raum verdunstet das Wasser wieder und es kommt lediglich zu Verfärbungen oder Salzausblühungen an den Sockelleisten. Wenn die Fußbodenleiste an der Anschlussfuge zum Putz nach oben versiegelt wurde, hat die Feuchtigkeit keine Möglichkeit zu entweichen. Teilweise kann der gesamte Boden von Schimmel betroffen sein, was sich allerdings nur an den Sockelleisten zeigt. Daher sollten diese sowie der Bodenbelag bei Neubauten niemals zu früh montiert werden. Bei einem andauernden Feuchtigkeitsproblem sollte dieses zunächst beseitigt werden, damit es nach einer Trocknung nicht wieder auftritt.

Professioneller Nachweis und Laientest – Schimmel oder Salz?

Für einen Nachweis von Schimmel und der Bestimmung seiner Art ist es ratsam, einen Experten beizuziehen. Dieser kann die Materialfeuchte messen und mit einem Leckortungsgerät die Stelle für die erhöhte Feuchtigkeit lokalisieren.

Allerdings können Sie auch als Laie schnell testen, ob es sich um Salzausblühungen oder Schimmelpilz handelt. Diese beiden Indizien geben dabei Hinweise:

  • Fallen weiß-gräuliche, kristalline Strukturen von den Sockelleisten ab, so handelt es sich vermutlich nur um Salzausblühungen. Die pulvrigen Kristalle bilden dabei kleinere Salzhäufchen auf dem Boden.
  • Die Löslichkeit in Wasser ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal: Löst sich eine Prise zwischen angefeuchtetem Daumen und Zeigefinger nahezu rückstandslos auf, spricht das für Salzausblühungen – hierbei wird meist ein kühlender Effekt wahrgenommen. Schimmelpilze hingegen schrumpfen zusammen, bleiben aber deutlich bestehen. Sie fühlen sich zwischen den Fingern etwa so an wie Spinnweben.

Schimmelbefall hinter Fußleisten an der Innenwand entfernen

Bei Verfärbungen oder leichtem, oberflächlichem Schimmel an den Fußbodenleisten, können Sie diese zunächst abmontieren und mit entsprechenden Mitteln behandeln und reinigen. In diesem Beitrag finden Sie dafür geeignete Reinigungs- und Pflegehinweise für Sockelleisten. Wenn es sich um ein einmaliges Feuchtigkeitsauftreten handelt, können Sie die Leisten nach einer gründlichen Trocknung des Raums – beispielsweise mit einem Luftentfeuchter – wieder an der Wand befestigen. Bei Fußbodenleisten aus Massivholz ist allerdings Vorsicht geboten. Für eine ausreichende Schimmelprävention lohnt es sich, über eine neue Anschaffung der Bodenabschlüsse nachzudenken.

Wenn die zu hohe Feuchte in Räumen längerfristig nicht verschwindet, wird eine Sanierung notwendig. Nach einer Trocknung des Raums und Materials können Abdichtungsfolien und Kunststoffinjektionen von einem Fachmann eingebracht werden, die die Bausubstanz vor Wasser schützen. Unsere Trittschallfolien fungieren neben der Dämpfung von Geräuschen auch als Dampfbremse, die das Kondensieren von Wasser verhindert. Wurden die Fußbodenleisten durch einen Wasserschaden beschädigt, sollten diese erneuert werden. Hier finden Sie eine Anleitung, wie Sie Sockelleisten richtig verlegen.

Tipp: Im Räumen wie dem Bad und der Küche empfehlen sich Kunststoff-Sockelleisten. Das unempfindliche Material ist resistent gegenüber Putz- und Spritzwasser und beugt einer Schimmelbildung im Bereich der Fußleisten vor.

Ein Feuchtigkeitsproblem im Boden ist meist an den Sockelleisten erkennbar. Mit dem richtigen Vorgehen bei erhöhter Feuchtigkeit lässt sich die Ursache für Schimmel an der Fußleiste allerdings beheben. So können Sie die schönen optischen Abschlüsse zwischen Wand und Boden weiterhin nutzen.

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